Unbekannte Volkskrankheit: Parodontitis
Aktualisiert (Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 11:34 Uhr) Geschrieben von: Saskia Erdogan Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 11:26 Uhr
Dass ein gesundes Zahnfleisch die entscheidende Voraussetzung für gesunde, fest verankerte Zähne ist, weiß eigentlich jeder. Trotzdem wird Parodontitis, also die chronische Entzündung des Zahnfleisches, von vielen Deutschen noch immer stark unterschätzt. Ein Fehler: Denn die Folgen der Parodontitis sind nicht auf einen möglichen Zahnverlust im Endstadium der Erkrankung beschränkt. Bereits zu Beginn belastet sie als aggressive Infektionserkrankung den Organismus der Betroffenen. Als besonders problematisch – und leider nur wenig bekannt – erweist sich dabei die Wechselwirkung zwischen Diabetes und Parodontitis.
Die Zahlen sind alarmierend: 2007 litt mehr als die Hälfte der 35- bis 44-Jährigen in Deutschland an Parodontitis, etwa zwanzig Prozent der Betroffenen sogar an einer schweren Form. Erhoben wurden die Zahlen im Rahmen der groß angelegten Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie. Ebenso problematisch ist die Tatsache, dass laut der Studie die allermeisten Betroffenen die Entzündung ihres Zahnfleisches schlichtweg ignorierten. Ein möglicher Grund: Eine Parodontitis ist im Anfangsstadium in der Regel nicht schmerzhaft.
Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den Erfahrungen, die der Göttinger Zahnarzt Dr. Just Krüger tagtäglich in seiner Praxis macht. Besonders auffällig findet er, dass das Wissen über die Erkrankung bei den meisten Patienten, die neu zu ihm kommen, nur gering ist. Für ihn ist deshalb klar: „Neben dem Thema Karies muss die Parodontitis bei der Gesundheitsaufklärung einen viel größeren Stellenwert bekommen. Im Moment wissen Patienten, die neu zu uns kommen, meist noch nicht genug über die Krankheit und leider auch nichts über wichtige präventive Pflegetechniken für ihr Zahnfleisch.“



